St. Michael
Die Fotos auf dieser Seite sind alle von Jürgen Heckmann, Nienburg.
Seit der Grundsteinlegung der Michaeliskirche in Hildesheim sind 1000 Jahre vergangen. Der gut erhaltene und bei der Renovierung nach dem Krieg in eine Wand eingelassene Grundstein gibt darüber Auskunft: Bischof Bernward - 1010.
Mitte Juni machte sich eine große Reisegruppe aus St. Michael in Nienburg - mit Gästen aus den Nachbargemeinden - auf den Weg nach Hildesheim.
Angekommen
Das erste Ziel der 47 Reisenden war die Michaeliskirche in Hildesheim. Am Fuße des Michaelishügels wurde, mit der Kirche im Hintergrund, ein Foto gemacht. Schon der Anblick von außen ist beeindruckend: das Kirchenschiff mit den zwei großen Vierungstürmen und den vier runden Türmen jeweils am Ende der Seitenschiffe.
Wir hatten geplant, gegen 14.00 Uhr in einer eigenen Führung die Kirche zu erkunden. Das klappte.
Romanische Baukunst
Den beeindruckensten Blick in die Kirche hat man von der Westempore hinüber zum Altarraum. St. Michael ist nach bestimmten Zahlen konstruiert, denn man meinte vor 1000 Jahren, die Welt in einer bestimmten Weise mit Zahlen ordnen zu können. Davon ist einiges sofort zu erkennen:
Das Hauptschiff der Kirche besteht in der Grundfläche aus drei Quadraten in einer Reihe. Die Querschiffe im Osten und im Westen schließen sich mit je drei Quadraten an, so dass das Mittelschiff in beide Richtungen durch zwei Quadrate verlängert wird. Die Eckpunkte der Quadrate sind mit viereckigen Pfeilern markiert. Zwischen zwei Pfeilern sind je zwei Säulen - der sogenannte niedersächsische Stützwechsel. Ursprünglich hatten die Säulen oben sogenannte Würfelkapitelle: aus einer Halbkugel erwächst ein Quadrat. Viele Kapitelle wurden im Laufe der Jahrhunderte erneuert, um auch Heiligenbilder mit aufzunehmen.
Berühmt ist die bemalte Holzdecke; sie stammt aus späterer Zeit und stellt den "Stammbaum Jesse" da. im ersten großen Bild sind Adam und Eva zu sehen, die sich gegenseitig den Apfel reichen. Es folgt auf dem zweiten Bild Jesse, der Vater des Königs Davids. Aus ihm erwächst ein Baum, der Stammbaum Jesu. Er führt über die Könige David, Salomo, Hiskia und Josia zu Maria und Jesus als thronender Weltherrscher (Siehe das Weihnachtslied: Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart ... von Jesse kam die Art). Es sind die Könige aufgenommen von denen es in der Bibel heißt, dass sie nach Gottes Willen regiert haben und Recht und Gerechtigkeit unter den Menschen gefördert haben.
Auf zahlreichen kleinen Bildtafeln sind die Evangelisten, die Erzengel und viele biblische Personen und Heilige dargestellt.
Fotos zum Anklicken
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Zu den Fotos von links nach rechts
- Als Leihgabe während der Renovierung des Hildesheimer Domes steht die berühmte Christussäule im Altarraum von St. Michael. Sie ist aus Bronze gegossen und zeigt in einem umlaufenden Reliefband Szenen aus dem Leben Jesu. Die Figuren sind sehr plastisch herausgearbeitet. Als Leihgabe wurden der Gemeinde St. Michael auch die Bernwardstüren angeboten, zwei riesige Bronzetüren. In 16 Bildtafeln zeigen sie die Sünden- und Heilsgeschichte des Menschen. Eine tolle, sehr kompakte und doch umfassende Bilderbibel - biblia pauperum. St. Michael konnte die Türen leider nicht aufnehmen, weil das zu aufwändige Baumaßnahmen erfordert hätte.
- Bischof Bernward wurde in der Krypta unter der Westempore begraben. Die Krypta ist auch nach der Reformation katholisch geblieben, während St. Michael seit 1542 evangelisch ist. Seit einigen Jahren gibt es einen Zugang von der Kirche her.
- Bischof Bernward auf dem Totenbett. Er ist als junger Mann von ungefähr 35 Jahren dargestellt, weil Jesus in diesem Alter gestorben ist und weil Menschen, die zwar auf Erden gerne alt werden im Himmel doch lieber jung und kräftig das ewige Leben zu genießen wünschen.
- Erst vor einigen Jahren hat St. Michael diese große und großartige Orgel bekommen, die sich hervorragend in den romanischen Kirchenraum einfügt und deren Klang die ganze Kirche füllt.
Wiederaufbau
Im Krieg wurde St. Michael bei einem Bombenangriff - wie die Innenstadt von Hildesheim - fast vollständig zerstört. Nach dem Krieg hat sich der damalige Landessuperintendent intensiv für den Wiederaufbau eingesetzt. Ein früherer Hildesheimer Bürger jüdischer Abstammung hat mit viel Geld aus Amerika den Wiederaufbau gefördert. Aber es fiel der Gemeinde - kurz nach dem dritten Reich - noch schwer, es öffentlich zu machen, dass ein jüdischer Mitbürger den Aufbau so sehr unterstützt. Erst viele Jahre später wurde ihm zu Ehren mit Nennung seines Namens eine Erinnerungstafel in St. Michael angebracht.
Lukasgemeinde Hildesheim
Im Ortsteil Ochtersum von Hildesheim ist die Lukasgemeinde angesiedelt. Durch zahlreiche Neubaugebiete ist sie eine immer noch wachsende Gemeinde mit gutem Gottesdienstbesuch auch an normalen Sonntagen. Alle Altersgruppen sind gut vertreten.
1974 wurde das Gemeindezentrum Lukaskirche eingeweiht, in der Zeit, als Heinrich Schulze, jetzt Pastor an St. Michael in Nienburg, dort Vikar war.
Ein großer Raum - mit beweglichem Altartisch und einer guten Orgel - dient als Gottesdienstraum. Durch verschiebbare Wände läßt er sich durch Gruppenräume erweitern. In den Kellerräumen treffen sich Jugendgruppen und Kinderspielkreise.
Dieses Gemeindezentrum ist sehr geschickt geplant und konstruiert und bietet viele Möglichkeiten für das lebendige Gemeindeleben.
Fotos Lukas-Gemeindezentrum
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Feierabend
Nach einem langen Nachmittag mit der Besichtigung von zwei sehr unterschielichen Kirchen, dürfen die Teilnehmer ausruhen.
Von Hildesmeim ging die Busreise aber nicht auf dem kürzesten Wege zurück nach Nienburg. Es wurde ein Umweg gefahren durch zahlreiche Dörfer der Hildesheimer Börde und ins Leinetal, um so einmal durch die Dörfer und Gemeinden zu fahren, in denen Pastor Heinrich Schulze bis 2002 mehr als 20 Jahre Pastor gewesen ist.





















