Am Tisch des Statthalters

Nach einem erfolgreichen Start der neuen Veranstaltungsreihe “Gerichte und Geschichten aus der Bibel” am 8.Oktober mit dem Linsengericht, für das Jakob seinem Bruder Esau das Erstgeburtsrecht übertrug, hatte die Kirchengemeinde St. Michael am Sonntagvormittag zu einer zweiten Veranstaltung eingeladen. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes am 31. Oktober, dem Reformationstag, stand ein Bibeltext über die Rückführung der Überreste des Volkes Gottes aus der babylonischen Gefangenschaft. Ein Führer zu dieser Zeit war Nehemia, ein Mann des Volkes. Er war vom persischen König als Statthalter in Jerusalem eingesetzt. Pastor Schulze zog eine Verbindung zum Reformationstag.”Nehemia war in seiner Zeit ein Reformer. Er leitete den Ausgleich zwischen Arm und Reich ein, ließ die Häuser und Stadtmauern aufbauen und alte Feste und Traditionen wieder aufleben. Anders als seine Vorgänger trieb er dazu kein Geld von den einfachen Bürgern ein. Im Gegenteil, er lud Handwerker, Ratsherren und auswärtige Gäste jeden Tag zu sich an den Tisch auf seine Kosten ein. Dazu wurden täglich ein Stier, sechs Schafe und viel Geflügel geschlachtet und reichlich Wein getrunken.”

Nach dem Gottesdienst traf sich ein Großteil, der Gottesdienstbesucher in St. Michael im Gemeindehaus, um gemeinsam wie Nehemia und seine Leute miteinander zu speisen.

Frau Jumana Warnecke, eine junge Palästinenserin, die inzwischen seit einigen Jahren in Nienburg lebt und hier mit ihrer Familie heimisch geworden ist, hatte mit dem Suppenteam ein typisches Menü nach Originalrezepten aus der Bibel gekocht. Obwohl der Geschmack für einige etwas fremdartig war, hat es allen ausgezeichnet geschmeckt. “Man bekommt schon eine ganz andere Beziehung zu der Geschichte, wenn man selbst das isst, was die Menschen in biblischer Zeit gegessen haben,” stellte eine Teilnehmerin fest. “Mit dieser besonderen Art der Bibelarbeit, in Verbindung mit einem gemeinsamen Essen und einem gemeinsamen geselligen Zusammensein haben wir in St. Michael den Nerv vieler Gemeindemitglieder getroffen,” zog Frau Karin Lünstedt, Vorsitzende des Kirchenvorstandes, ein erstes Resümee.

Die Veranstaltungsreihe wird im Frühjahr des kommenden Jahres fortgesetzt.