toll gelaufen
Chinesischer Abend in St. Michael: Ein voller Erfolg!
Das Konzept, uns fremden im Nordertor vertretenen Kulturen mit einem gemeinsamen Essen zu nähern, ist voll aufgegangen,“ freute sich dass Vorbereitungsteam der Veranstaltungsreihe „St. Michael kocht“!. Am Dienstag fand der dritte Abend dieser Reihe statt und auch an diesem Abend waren alle Stühle des Gemeindehauses voll besetzt. Gastgeber des „Chinesischen Abends“ waren Frau Thuy Nga Quach und ihr Ehemann Herr Chi Dung Tran. Sie hatten ein typisches Menü mit Vorsuppe und verschiedenen Hauptspeisen vorbereitet. Dazu gab es Wein aus China. Für Experimentierfreudige erfolgte eine kleine Einführung in das Essen mit Stäbchen.
Spannende Lebensgeschichten
Zum Konzept von „St. Michael kocht“ gehört es, über das landestypische Essen hinaus, zusätzliche Informationen zu Land und Leuten des Gastgeberlandes zu geben. In einer lockeren Gesprächsrunde berichteten Frau Quach und Herr Tran über kulturelle und gesellschaftliche Unterschiede ihres Heimatlandes zum Leben in Deutschland und gaben Nachhilfe im Lesen von Speisekarten chinesischer Restaurants.
Mucksmäuschenstill wurde es im Gemeindehaus, als das Gastronomenehepaar ihre Lebensgeschichte erzählte. Gespannt lauschten die Gäste der Schilderung eines dramatischen Weges von Vietnam nach Deutschland. Nachdem die Vorfahren der Beiden China bereits 1937 während des Japankrieges als Flüchtlinge verlassen mussten und sich in Vietnam niederließen, mussten ungefähr 30 Jahre später die Kinder mit ihren Familien aus Angst vor Repressalien durch die neuen Machthaber im Jahre 1978, als die Kommunisten nach dem Vietnamkrieg die Macht übernommen hatten, das Land verlassen. Sie gehörten zu der Gruppe der Boatpeople, Menschen, die auf überfüllten, zum großen Teil baufälligen Booten aus Vietnam flüchteten. Frau Quach war zu diesem Zeitpunkt 9 Jahre alt. „Ich hatte noch Glück, ich war mit meiner Familie auf einem relativ großen Schiff mit ca. 2000 Mitflüchtlingen und kam nach 6 Wochen Schiffsfahrt in Malaysia an, während mein Mann neun Monate auf einem kleinen Fischerboot auf dem Meer herumirrte,“ berichtete Frau Quach. Die Umstände der Flucht haben bei beiden traumatische Erinnerungen hinterlassen. In Malaysia war die Irrfahrt aber nicht zu Ende. Die malaysischen Behörden wollten die Flüchtlinge nicht an Land lassen und sie wieder auf das Meer zurückschicken. Erst nach massivem öffentlichen Druck in den westlichen Ländern erklärten sich einige westliche Länder, darunter die USA und die Bundesrepublik bereit, die Flüchtlinge aufzunehmen. So berichtete ein an Bord versteckter westlicher Journalist von der verzweifelten Lage der Flüchtlinge „Wir haben das erste Mal einen Menschen mit „goldenen“ Haaren gesehen“, erinnert sich Frau Quach an das Treffen mit dem Journalisten.
Die Familien Quach und Tran entschieden sich für Deutschland als neues Heimatland. So kamen sie über einen Zwischenaufenthalt im Durchgangslager Friedland nach Nienburg, lernten sich in der Leintorschule in Nienburg kennen und heirateten dann später. Das „Jadehaus“ ist das zweite Restaurant, das die Beiden gemeinsam führen. Die Zuhörer waren sichtlich beeindruckt von der Schilderung dieser aufregenden, aber auch angstvollen Lebensgeschichten.
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- Mit dem Chinesischen Abend endet zunächst einmal die Reihe „St. Michael kocht.“ „Die Wirte als Kooperationspartner gehen uns aus“, erklärte Willy Biermann, in St. Michael für die Durchführung von Veranstaltungen zuständig. Er deutete aber an, dass man im Kirchenvorstand über eine spätere Fortsetzung in einer unter Umständen modifizierten Form der Veranstaltungsreihe nachdenke.
- Willi Biermann





