Weizen
Der Weizen wächset mit Gewalt;
darüber jauchzet jung und alt
und rühmt die große Güte,
des, der so überfließend labt
und mit so manchem Gut begabt
das menschliche Gemüte,
das menschliche Gemüte.
Paul Gerhard, Evangelisches Gesangbuch Nr. 503, Vers 7
Getreidesorten
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Die Gerste ist auf dem Acker gut zu erkennen - wenigstens, wenn die Ähren zu sehen sind - sie haben lange Grannen. Frühere Dreschmaschinen wurden kaum damit fertig: die Grannen blieben an den Körner hängen. Für Mähdrescher ist die Ernte der Gerste kein Problem. Wird das Korn reif, so werden die Ähren schwer; sie neigen sich zur Erde. Gerste ist Futtergetreide und wird natürlich von Bierbrauern verwendet: Braugerste. Die Gerste wird meist schon im September des Vorjahres gedrillt, ausgesät (Wintergerste). Es gibt auch Sorten, die erst im Frühjahr gesät werden (Sommergerste). |
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Der Roggen wird als Tierfutter und auch als Brotgetreide angebaut: Roggenbrot ist dunkel und besonders kräftig. Noch vor 30 bis 40 Jahren war das Stroh dieser Getreidesorte wichtig: die Roggenhalme wurden über zwei Meter hoch. Das Stroh wurde in die Viehställe gestreut. Heute gibt es fast nur noch auf kurzes Stroh gezüchteten Roggen; die Viehhaltung - bei Schweinen und Rindern - kommt weitgehend ohne Stroh aus. Als Junge habe ich auf dem Bauernhof meiner Eltern im Frühjahr den Hühnern etwas Roggen gefüttert: die Hennen fingen an zu glucken und wollten brüten. |
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Der Weizen ist die häufigste Getreideart bei uns. Der Weizen dient vor allem als Brotgetreide: das Korn wird gemahlen; aus dem Mehl wird mit Sauerteig, Wasser, Salz und großer Hitze Brot gebacken - oder Kuchen. |
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Hafer wird im Bereich der Mittelweser wenig angebaut. Das Stroh ist recht weich. In früheren Zeiten wurde es oft an die Tiere verfüttert, wenn das Heu zum Ende des Winters aufgefuttert war. Das Korn ist uns gequetscht gut bekannt als Haferflocke. Hafer ist von Pferden sehr geliebtes Futter. Bekannt ist vielen sicher der Ausspruch: "Dich sticht wohl der Hafer", wenn sich jemand sehr übermütig gibt. Ursprünglich bezog sich diese Wendung wohl auf die Pferde: wenn sie zu viel Hafer gefressen hatten, wurden sie stark und übermütig. Der Hafer hat eine Rispe als Ährenform - damit fällt er unter unseren Getreidesorten besonders auf. |
Mutterkorn
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Eine Erkrankung einzelner Getreidekörner ist das Mutterkorn. Es ist groß und schwarz, wie ein kräftiges Muttermal. Wir haben früher Mutterkorn gesammelt und in der Apothieke verkauft; es wurde Medizin daraus hergestellt. Mutterkorn tritt vor allem beim Roggen auf; selten beim Weizen. |
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Ernte
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Mit großen Mähdreschern wird das Getreide geerntet: es wird gemäht. In der Maschine werden die Körner aus den Ähren herausgeschlagen und in einem Behälter aufgefangen. Das Kaff (die kleinen runden Blätter, die die Körner umschließen) fällt gleich zu Boden. Das Stroh wird entweder gehäkselt und gleich auf dem Feld verteilt, oder es wird in Reihen abgelegt. Die Mähdrescher produzieren bei ihrer Arbeit enorm viel Staub. Ist der Behälter für die Körner voll, so fährt ein Trecker mit Anhänger neben dem Mähdrescher her. Über ein langes Rohr wird das Korn mit einer sich drehenden Schnecke auf den Wagen umgeladen. Zeit zum Mähen geht nicht verloren. |
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In der Erntezeit fallen viele Körner auf die Erde. Auf den Wegen werden sie zertreten und breit gefahren. In dem Gleichnis Jesu vom viererlei Acker heißt es dazu: "Siehe, es ging ein Sämann aus zu säen. Und es begab sich, indem er säte, fiel etliches auf den Weg; da kamen die Vögel und fraßen es auf (Markus 4,3+4). Und zur Erläuterung fügt Jesus in Vers 14+15 hinzu: Der Sämann sät das Wort Gottes. Das aber sind die an dem Wege: wo das Wort gesät wird, und wenn sie es gehört haben, so kommt alsbald der Satan und nimmt das Wort weg, das in sie gesät war. |
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Das Stroh, das nicht gehäkselt wird, wird zunächst in Reihen abgelegt. Mit einer Presse wird es zu großen runden Bunden zusammen gepreßt. Nur mit kräftigen Maschinen - Frontlader am Trecker - sind diese schweren Strohmassen zu besegen. |
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Beikräuter
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In früheren Jahren gab es kaum chemische Pflanzenschutzmittel. Das Getreide wurde durch andere Pflanzen gefährdet. Eine große Gefahr war die sich weit verzweigende Kornblume. Sie drückte die Getreidehalme runter. Dieses Feld ist im Sommer 2004 am Elberadweg südlich von Madgeburg aufgenommen. Die kräftige blaue Farbe der Kornblume ist schon bestechend. |
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Der Mohn mit seinen kräftig roten Blütenblättern sieht sehr gut aus. Aber das Getreide bekommt nicht genug Nahrung, wenn sich der Mohn auf dem Acker zu sehr ausbreitet. |
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Mais
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Mais wird immer mehr angebaut. Allerdings ist in Norddeutschland die Zeit zu kurz, in der der Mais wachsen kann - die Körner reifen nicht aus. Wenn die Maiskolben dick und groß sind wird der Mais gemäht, gehäckselt und siliert. Die gesamte Pflanze dient als Viehfutter. Die hier abgebildete Maispflanze ist allerdings in einem Garten gewachsen: Gemüsemais, wie er im Herbst zu kaufen ist. Der Kolben mit den Körnern wird gekocht. Die Körner werden abgenagt, gegessen. Schmeckt lecker. |
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In südlichen Ländern ist die Vegetationszeit länger. Die Maiskörner können richtig ausreifen. Dieses Bild ist im Elsaß bei Colmar entstanden: Hier werden die Körner durch Wind und Sonne getrocknet. Inzwischen gibt es viele Sorten Mais, die für Mensch und Tier nicht zu essen sind: Ziermais. |
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Alle gute Gabe kommt her von Got dem Herrn; drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn.