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Gewürdigt

Aus der Staatskanzlei in Hannover kam im Oktober 2010 ein Brief in den Eibenweg 1:

"der Herr Bundespräsident hat auf Vorschlag des Niedersächsischen Ministerpräsidenten

die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen."

Womit verdient?

Die erste Frage des Geehrten, als er den Brief las, war: Womit habe ich das denn verdient? Wofür bekomme ich diesen Orden, das Bundesverdienstkreuz?
Fragen sind gut; sie öffnen und führen weiter.

Am 30. November haben sich zahlreiche Menschen in der Kirche St. Michael in Nienburg versammelt. Vielen von ihnen war klar, dass Wolfgang Holz diese Auszeichnung verdienter Maßen erhält. Damit wird sein ehrenamtliches Wirken über Jahre und Jahrzehnte in der Kirche und vor allem in seiner Gemeinde St. Michael in Nienburg gewürdigt.

Das Fest wurde mit Musik des Klarinetten-Ensembles der Musikschule Nienburg eröffnet.
Die Laudatio hielt der Bürgermeister der Stadt, Henning Onkes. Er würdigte das selbstlose ehrenamtliche Engagement von Wolfgang Holz. Besonnen und umsichtig hat er sich für seine Kirchengemeinde St. Michael eingesetzt. Dabei war ihm eine gute Zusammenarbeit "auf Augenhöhe" mit den ehrenamtlich und beruflich Tätigen sehr wichtig. 22 Jahre ist Wolfgang Holz Mitglied im Kirchenvorstand der Gemeinde; für ungefähr 14 Jahre war er bis 2008 Vorsitzender dieses wichtigsten Gremiums in der Gemeinde: Die Sanierung des Gemeindehauses hat er betrieben und zu einem guten Abschluss geführt. Für die Belange der Kindertagesstätte hat er sich eingesetzt. Baufragen und alle Geldangelegenheiten lagen ihm am Herzen. Dabei ging es ihm stets um die Menschen, die sich in St. Michael als Gemeinde sammeln; sie sollen sich in dieser Gemeinde und Kirche heimisch fühlen können. So war Wolfgang Holz auch für viele Menschen, die der Kirche nicht so nahe stehen, das Gesicht der Kirche und seiner Gemeinde St. Michael.

Bürgermeister Henning Onkes überreichte Wolfgang Holz die Urkunde und steckte ihm vorsichtig den Verdienstorden an.

Wolfgang Holz, freue dich!

Als erste Grupe würdigte der Kirchenvorstand von St. Michael das Wirken seines langjährigen Vorsitzenden. Dazu trugen sie gemeinsam Lieder vor und ergänzten die darin gemachten Aussagen mit kurzen Redebeiträgen:
Wolfgang Holz hat die Sitzungen des Kirchenvorstandes stets sehr sorgfältig vorbereitet. Dabei war es ihm wichtig, dass alle Mitglieder ausführlich über die einzelnen Verhandlungspunkte informiert waren. So konnte intensiv diskutiert und am Ende - meist einvernehmlich - verantwortungsvoll entschieden werden. Gab es Meinungsverschiedenheiten, so war es ihm stets wichtig, dass die unterschiedlichen Positionen klar ausgesprochen und diskutiert werden. Mit seiner sehr ruhigen Art gelang es Wolfgang Holz meistens, den Kirchenvorstand zu einem guten gemeinsamen Weg zu führen - zum Wohle der Gemeinde und der Menschen. Sein ehrenamtlicher Einsatz für die Kirche kam fast einer vollen Berufstätigkeit gleich. So war er sehr oft nicht zu Hause. Die jetzige Vorsitzende des Kirchenvorstandes bedankte sich dafür bei Frau Ursula Holz mit einem großen Blumenstrauß.

Wolfgang Holz war es immer wichtig, das Gemeindeleben im Nordertor in guter Nachbarschaft mit den Bewohnern dieses Stadtteils zu gestalten und durch verschiedene Feste und Projekte niedrigschwellige Angebote für die Menschen zu machen, sich zur Gemeinde hin zu orientieren.

Als Vorsitzender des Kirchenvorstandes hatte er stets die Stellenplanung der Kirchengemeinde und die finanzielle Ausstattung der Gemeinde im Blick. Um Stellenkürzungen nicht zu gravierend ausfallen zu lassen, hat er sich auch mit kirchenleitenden Persönlichkeiten in Verbindung gesetzt und mit ihnen verhandelt. Um bei den Finanzen stets einen guten Überblick zu haben, hat er ein eigenes Software-Programm geschrieben, bei dem per Mausklick sofort alle Buchungen der letzten Tage und der aktuelle finanzielle Ist-Stand aufzurufen waren.

Kinder - Kinder

Der Kindergarten St. Michael ist seit Gründung der Gemeinde ein sehr wichtiger Bestandteil des Gemeindelebens. Kirchengemeinde und Kindertagesstätte sind zwei Einrichtungen und doch eine Einheit; es geht um die Menschen im Nienburger Nordertor. Die Kleinen und die Großen, die Jungen und die Alten waren und sind Wolfgang Holz wichtig.
Ein "Ad-hoc"-Chor der Kindertagesstätte trug ein Lied vor. Die Leiterin, Ilka Rengstorf, bedankte sich im Namen der Mitarbeitenden, der Kinder und Eltern für das große Interesse, das Wolfgang Holz an der pädagogischen Arbeit der Einrichtung und der Ausstattung der Räumlichkeiten hatte; er hat sich stets für die Belange der Einrichtung stark gemacht.

Verdienstorden

Elvira Reinke verwies auf die musisch-musikalische Begabung von Wolfgang Holz. Viele Jahre haben sie in einem Quartett gemeinsam musiziert, mit Blockflöten und Orgel.

Als Stellvertretender Superintenden hob Pastor Andreas Iber das Wirken von Wolfgang Holz im Kirchenkreis hervor. Er hat maßgeblich die Regionalisierung des Kirchenkreises mitgestaltet und wurde in der Region Nord Vorsitzender des Regionalausschusses; dabei hat er sehr darauf geachtet, dass die personellen und finanziellen Möglichkeiten der Region gerecht verteilt werden und besondere Situationen einzelner Gemeinden auch besonders unterstützt werden.
Wolfgang Holz war viele Jahre Mitglied im Kirchenkreistag und wurde dort auch mehrfach in das Leitungsgremium des Kirchenkreises gewählt, den Kirchenkreisvorstand. Mit seiner klugen, besonnenen und weitsichtigen Art hat er manche Fehlentscheidung verhindert und den Kirchenkreis gut vorangebracht.

Wie viele andere bedauerte Andreas Iber die Erkrankung von Wolfgang Holz seit gut zwei Jahren; dadurch fehlt er an vielen Stellen. Die Lücken sind noch keineswegs geschlossen.

Zwischentöne

Nach den kirchlichen Würdigungen hat die Enkeltochter von Wolfgang Holz, Anja Westphal (Trompete), zusammen mit Hartmut Reußwig (Orgel) musiziert: Sie spielten die

Viele Menschen haben Wolfgang Holz in seinem beruflichen Leben begleitet. Als Junglehrer hatte er in Blekmar angefangen. Eine Station seines Wirkens war Celle. Seit 1986 war er als Schulrat, Schulamtsdirektor, in Nienburg tätig. Kollegen, die mit ihm zusammengearbeitet haben, würdigten diese Zeit als besonders reiche Zeit; auch voneinander haben sie viel gelernt. Noch heute bestehen freundschaftliche Kontakte zu mehreren Kolleginnen und Kollegen.

Nach dem Festakt, der sehr abwechslungsreich war, gab es reichlich zu essen und zu trinken. Die Damen aus dem Suppenküchenteam hatten 1100 Schnittchen gestrichen und boten dazu Sekt, Saft und Wasser an. So wurden die 140 Gäste am Ende auch noch satt und konnten wohlgenährt den Heimweg antreten.

Die Fotos dieser Seite sind fast alle vom Schwiegersohn des Geehrten, Andreas Westphal, aufgenommen worden.

Fotos vom Fest