30 m gemauerte Backsteine

Natürlich bekam St. Michael auch einen Glockenturm - gemauert aus Backsteinen - wie die Kirche und alle Gebäude der Martinsheidesiedlung die inzwischen - bereits nach 50 Jahren - unter Deckmalschutz stehen: Ensembleschutz.
Unten im Turm ist die Sakristei untergebracht mit dem Buntglasfenster von Gerhard Hausmann: Der Thron Salomos.
Der Turm ist 30 Meter hoch und über eine Treppe kommt man nach oben bis in den Glockenstuhl - wenn man schwindelfrei ist.

Zum vollen Geläut von St. Michael gehören vier Glocken - an anderer Stelle wird darauf eingegangen. Wie kurz nach dem Krieg üblich, wurde ein Glockenstuhl aus Stahl gebaut, in dem die Glocken hängen und schwingen.
Leider haben sich die Schwingungen beim Läuten immer stärker über den Glockenstuhl auf das Mauerwerk übertragen. Es zeigten sich Risse im Mauerwerk. Einer von vier Füßen des Glockenstuhl hatte sich aus der Verankerung im Boden gelöst. Es musste gehandelt werden.
Der Kirchenvorstand beschloss, den Glockenstuhl zu sanieren. Wie sich jetzt gezeigt hat, durfte die entscheidung auch nicht später fallen; denn der Gockenstuhl war an drei von vier Füßen fast durchgerostet. Bald wäre er mit den Glocken abgestürzt - nicht auszudenken.
Im Folgenden sind einige Fotos der Stahlteile zu sehen. Auf dem einen Foto sind eigentlich zwei gleichgroße Schrauben zu sehen - aber nur eine ist noch als solche zu erkennen.

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Glockenstuhl aus Eichenholz

Ein großer Kran war nötig, um die drei Tonnen vorgefertigter Eichenbalken in den Turm zu bekommen. Der Glockenstuhl wurde am 18. März 2009 angeliefert, abgeladen und bis zum Mittag des folgenden Tages zum Turm hochgeschafft.
Da es in der Glockenstube sehr eng ist, mussten die Balken in richtiger Reihenfolge nach oben gebracht und zum Teil gleich aufgestellt werden. Der Ausleger des Krans ist 50 Meter lang.

Während die Bilder oben in einer Diaschau aublaufen können, sind die folgenden Fotos zum Wechseln anzuklicken.

Viel Holz

Natürlich ist es interessant, einen so riesigen Kran auf dem Kirchengelände zu sehen. Die Kinder unserer Kindertagesstätte haben gerne zugeschaut.

Auf den Bildern unten, die wieder anzuklicken sind, lassen sich die vorgefertigten Teile des neuen Glockenstuhls gut erkennen:

Ganz schön teuer

 
Die Kosten für die Erneuerung des Glockenstuhles belaufen sich auf ungefähr 46.000,00 € - eine hohe Summe, die die Kirchengemeinde alleine nicht hätte aufbringen können.
Allerdings haben im vergangenen Jahr und in diesem Jahr gut 300 Menschen aus der Gemeinde oder auswärtige Freunde unserer Kirchengemeinde für diesen Verwendungszweck Geld gespendet - Einzelspenden zwischen 3,00 € und 1000,00 €. Dadurch ist ein sehr hoher Gesamtbetrag zusammengekommen.
Außerdem haben wir größere Spenden von Einrichtungen erhalten - unter anderem 5640,00 € von der Stiftung der Volks- und Raifeisenbanken und der Volksbank Nienburg.
Der Kirchenkreis und die Region Nord im Kirchenkreis Nienburg haben das Vorhaben mit zusammen etwas über 20.000,00 € bezuschusst. So ist die Finanzierung gesichert.

Allen, die zum Gelingen dieser Erneuerung finanziell und durch ihren persönlichen Einsatz beigetragen haben, danken wir von Herzen. Ein besonderer Dank gilt dem Baubeauftragten unseres Kirchenvorstandes Herrn Robert Fisch; mit hohem Sachverstand hat er die Arbeiten vorbereitet und begleitet.

Am Sonntag, den 5. April 2009 um 10.00 Uhr wollen wir die alten Glocken im neuen Glockenstuhl wieder erklingen lassen. Wir tun dies mit einem Fest, das mit einem Gottesdienst beginnt und in einen Empfang übergeht.
 

Glockenstuhl eingeweiht

Am Sonntag Palmarum 2009 wurde der neue Glockenstuhl mit den alten Glocken eingeweiht. Alle Spenderinnen und Spender, die mit ihrer finanziellen Unterstützung die Renovierung möglich gemacht haben, waren besonders eingeladen wurden.
Der Gottesdienst begann im Glasgang von St. Michael mit Bibellesung und Gebet. Anschließend wurden nacheinande die vier Glocken namentlich genannt und geläutet, bis schließlich das volle Geläut gut zu hören war.
Mit der folgenden Liedstrophe zog die Gemeinde - beim Läuten der Glocken - singend in die Kirche ein:

Oh, wenn die Glocken erklingen
gleich sie das Christkindlein hört,
tut sich vom Himmel dann schwingen,
eilet hernieder zur Erd.
Segnet den Vater, die Mutter das Kind.
Segnet den Vater, die Mutter das Kind.
Glocken mit heiligem Klang,
klinget die Erde entlang.

Kirchenvorstand und Pastor haben sich natürlich sehr gefreut, dass an diesem Sonntag viele Menschen die Einladung zum Gottesdienst angenommen hatten; so war die Kirche ausgesprochen gut gefüllt.

In der Predigt zum Einzug Jesu in Jerusalem aus Johannes 12 wurde der Zusammenhang hergestellt zwischen dem Bibeltext und dem besonderen Anlass:
Die Glocken sind natürlich zunächst ein lokaler Nachrichtendienst, die Menschen auf den Tag des Herrn hinzuweisen, zum Gottesdienst einzuladen und und von Taufen, Trauungen, Jubiläen und Beerdigungen zu künden. Doch alle unsere Gottesdienste feiern wir in dem Vertrauen, dass auch Jesus Christus, Gottes Sohn, sich "rufen" lässt, im Gottesdienst bei den Seinen ist, sie sieht, zu ihnen spricht und sie segnet - segnet den Vater, die Mutter das Kind.
Aber Jesus kommt anders zu den Menschen; er wird zwar als neuer König zu seinem Einzug bejubelt und als neuer König gefeiert. Er nutzt die Situation aber nicht aus und stimmt eben nicht mit einer flammenden Rede in den Jubel ein.
Von ihm ist in dem Bibeltext kein Wort zu vernehmen.
Er kommt nicht, um Unrecht mit Gewalt und Krieg zu beenden.
Er kommt nicht, um die Geldgierigen mit Billionen von Dollar oder Euro zu beschwichtigen.
Er setzt sich der Gewalt aus. Er stirbt einen qualvollen Tod am Kreuz.
Dadurch überwindet er die Macht des Todes und öffnet uns den Zugang zum Leben; zu neuem, ewigen Leben bei Gott.

Empfang

Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle zu einem Empfang im Eingangsbereich der Kirche eingeladen. Karin Lünstedt, stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes begrüßte die Gäste, die noch geblieben waren. Frauen aus dem Kreativkreis sorgten für kühle Getränke - Wein, Wasser und Saft - und hatten auch etwas zum Knabbern anzubieten.
Robert Fisch, dem Baubeauftragten des Kirchenvorstandes wurde schon im Gottesdienst für seinen kompetenten Einsatz und die Bauaufsicht bei der Renovierung des Glockenstuhl mit einem Buchgeschenkt gedankt. Er informierte die Gäste über die ausgeführten Arbeiten, das verwendete Material, die überwundenen Probleme und die erfolgreiche Ausführung. Er hat großartiges geleistet!

Leider wurde nur ein Foto aufgenommen - auf dem Robert Fisch die Augen geschlossen hat. Aber vielleicht ist das ja ein gutes Zeichen dafür, dass er alles, was mit Glockenstuhl und Glocken zu tun hat, inzwischen im Schlaf beherrscht.

Unten sind einige Bilder von den Gästen, die zum Empfang geblieben waren: